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Ein Anfängerleitfaden zum Zero-Waste-Camping

Abfallfreies Campen - ist das möglich? Natürlich! Mit der richtigen Vorbereitung und einer guten Portion Anpassungsfähigkeit kannst du deinen Abfallanteil während deiner Campingreise drastisch reduzieren. Die bequemen und einfachen Optionen müssen jedoch beiseitegeschoben werden, aber sobald du dich etwas eingelebt hast und die richtigen Alternativen gefunden hast, möchtest du vielleicht nie mehr zurückkehren!

Unten findest du Tipps, Tricks und Richtlinien, die du verwenden kannst, um deinen Zero-Waste-Campingtrip erfolgreich zu gestalten:

1. Wähle die richtige Campingausrüstung

Es beginnt alles mit der Auswahl der richtigen Campingausrüstung von den richtigen Marken. Dies trägt bereits enorm dazu bei, abfallfrei zu campen.

Obwohl es verlockend erscheinen mag, deine Outdoor-Ausrüstung so günstig wie möglich zu kaufen, ist es leider wahr: Billig ist teuer. Sorge dafür, dass deine Campingausrüstung langlebig und somit nachhaltig ist. Sollten deine Sachen beschädigt sein, lass sie reparieren, statt neue zu kaufen. Damit sparst du nicht nur Geld, sondern schützt auch den Planeten vor unnötigem Müll. Wenn du Dinge hast, die du nicht mehr benutzt, wirf sie nicht weg. Gib sie stattdessen jemandem, der sie noch nutzen kann oder der sie vielleicht wirklich braucht! Ein gutes Beispiel ist Sheltersuit, ein Unternehmen, das Schutzbekleidung für Obdachlose herstellt.

Für uns ist auch die Wiederverwendung eine der wichtigsten Säulen der Nachhaltigkeit: Bei NOMAD glauben wir, dass das Herstellen langlebiger Produkte das wirksamste Mittel ist, um unsere Auswirkungen zu minimieren.

2. Überlege, wie du essen wirst

Dieser Teil erfordert etwas zusätzliche Vorbereitung. Abfallfrei zu essen ist immer eine Herausforderung, besonders wenn du gerne abgepackte Snacks kaufst. Glücklicherweise gewinnen verpackungsfreie Alternativen an Beliebtheit, da es immer einfacher wird, in großen Mengen zu kaufen.

Das Schlüsselwort in diesem Bereich ist: Planung! Überlege zuerst, was du täglich zum Frühstück, Mittag- und Abendessen essen möchtest, und erstelle dann eine einfache Einkaufsliste. Nun kannst du, bevor du aufbrichst, deine Lebensmittel in großen Mengen kaufen. Nimm eigene Behälter oder Gläser mit in den Laden, so vermeidest du den Gebrauch von Plastik.

Stelle außerdem sicher, dass du wiederverwendbares Besteck von zu Hause mitbringst, anstatt Einwegplastikbesteck zu verwenden. Das Besteck aus deiner Besteckschublade funktioniert auch gut auf dem Campingplatz! Wenn du leicht reisen möchtest, gibt es immer schöne wiederverwendbare Alternativen wie Bambus- oder Holzbesteck.

Sammle schließlich all deinen biologisch abbaubaren Lebensmittelabfall in einem separaten Behälter oder Mülleimer, sodass du ihn als Kompost in deinem Garten verwenden kannst. Das klingt vielleicht nach etwas, das nur für fortgeschrittene Zero-Waste-Camper geeignet ist, aber das ist nicht der Fall. Heutzutage kannst du an verschiedenen Orten sogenannte geruchlose Bokashi-Fermenter kaufen, mit denen du – wie du wahrscheinlich schon vermutest – biologisch abbaubaren Abfall fermentieren kannst. Bokashi (japanisch) ist ein Begriff, der für den Prozess verwendet wird, Lebensmittel durch Fermentation in Bodenverbesserer umzuwandeln. Die Mühe lohnt sich!

Keinen Garten? Dann stelle sicher, dass du deinen Grünabfall in den dafür vorgesehenen Abfallbehältern entsorgst.

3. Nimm dir Zeit, die richtigen Hygieneprodukte für das Campen auszuwählen

Für alle Seifenarten gibt es heutzutage nachhaltige Alternativen auf dem Markt. Ersetze deine Plastikflaschen mit Shampoo, Duschgel und Spülmittel durch feste Varianten. Wähle feste Deodorantstäbe statt der üblichen Sprays oder Roll-ons, ersetze Tampons und Binden durch eine Menstruationstasse und nimm Zahnpastatabletten statt einer Tube mit. Auch Waschmittel zum Wäsche waschen kannst du nachhaltig erwerben, denke etwa an nachfüllbare Flaschen, Waschstreifen, Seifenflocken, Pulver in Karton oder.. mache es selbst! Sogar Sonnencreme und Insektenspray haben nachhaltige Alternativen. Diese Optionen sind vielleicht nicht vollständig abfallfrei, aber du kannst sicherstellen, dass du den Gebrauch von Plastik minimierst und recyclebare Verpackungen wählst.

Diese Liste mag vielleicht einschüchternd klingen, aber jeder kleine Schritt hilft. Beginne klein und ersetze so viel, wie du selbst für angenehm hältst.

Und dann der Elefant im Raum: was ist mit Toilettenpapier?

Die meisten Campingplätze haben natürlich eine Toilette. Solltest du wild campen, nimm weißes, unparfümiertes Toilettenpapier und eine Schaufel mit. Du kannst dir sicher denken, was du letztendlich mit der Schaufel machen musst. ;)

4. Finde Alternativen zu Einwegprodukten

Produkte für den einmaligen Gebrauch bieten oft den größten Komfort. Leider sind sie auch die größten Verursacher von Abfall im täglichen Leben. Es kann zunächst etwas mühsam sein, sie durch wiederverwendbare oder abfallfreie Produkte zu ersetzen, aber sobald du Schritt für Schritt beginnst zu ersetzen, wirst du feststellen, dass es gut machbar ist.

Dies gilt für alle Wegwerfartikel, wie Küchenutensilien, Becher, Plastiktüten, Plastikstrohhalme, Einwegverpackungen, Plastikwasserflaschen und so weiter. Ersetze deine Plastikfolie durch wiederverwendbare Bienenwachstücher, deine Plastikstrohhalme durch Bambus- oder Stahlstrohhalme, dein Plastikbesteck durch Bambus-Küchenutensilien und deine Plastikflaschen durch wiederverwendbare Flaschen.

Es gibt unzählige Möglichkeiten, wenn es um Alternativen zu Einwegartikeln geht, du kannst es dir kaum vorstellen. Vielleicht wendest du deinen neuen Zero-Waste-Campingstil auch in deinem täglichen Leben an!

Hoffentlich helfen dir die obigen Tipps und Tricks bei der Vorbereitung deines Zero-Waste-Campingtrips. Lass uns wissen, wie es dir ergangen ist!